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Ralf Moeller steht für Solidarität

Der Hollywood-Schauspieler über den Einsatz der Bundeswehrsoldaten

Eckernförde - Sie ist zu dem Zeichen für Solidarität mit den rund 6600 deutschen Soldaten im Auslandseinsatz geworden: die Gelbe Schleife. Eine Erfindung der Oldenburger Krankenschwester Monica Melloh (58), die ein historisch unbelastetes, zeitloses Symbol gesucht und damit den Zeitgeist scheinbar getroffen hat. Mehr als 50000 Anstecker, Armbänder und T-Shirts aus der Kollektion des "Gelben Netzwerks der Solidarität" wurden bereits verkauft.

Auch Schauspieler Ralf Moeller (51) hat eine Gelbe Schleife - und trägt sie ganz bewusst. Schließlich reiste er bereits vor zwei Jahren nach Afghanistan, um die deutschen Soldaten zu unterstützen. Über die Wahrnehmung des Einsatzes der Bundeswehr in der Bevölkerung und sein Engagement für das Gelbe Netzwerk der Solidarität sprach mit ihm Tanit Koch.

WELT KOMPAKT: Warum beteiligen Sie sich an der Aktion Gelbes Netzwerk der Solidarität?

Ralf Moeller: Schauen Sie, ich könnte jetzt in ein Café gehen, einen Latte macchiato trinken und müsste keine Angst haben, dass neben mir gleich eine Sprengfalle hochgeht. Wir leben im Frieden und wissen gar nicht, wie gut es uns geht. Wenige tausend Kilometer entfernt riskieren unsere Landsleute jeden Tag ihr Leben - ich möchte mit dem gelben Band helfen, daran zu erinnern.

WELT KOMPAKT: Denken die Deutschen zu wenig an die Soldaten im Einsatz?

Moeller: Das weiß ich nicht... Mein Eindruck ist, dass man ganz lange glaubte, na ja, die bauen da eben ein paar Brücken, Brunnen und Straßen. Dass die Soldaten ihre Haut zu Markte tragen, das wurde verdrängt. Obwohl auch damals schon Soldaten gefallen sind.

WELT KOMPAKT: Sie sagen "gefallen"...

Moeller: Ja, das Wort hört man erst wieder seit Kurzem, und es ist traurig, es gebrauchen zu müssen. Dennoch ist es richtig: Niemand wünscht sich Krieg, aber Deutschland ist Bündnispartner, und aus politischen Gründen werden deutsche Soldaten auch zu Auslandseinsätzen befehligt. In Afghanistan fallen sie im Kampfeinsatz für die Bundesrepublik Deutschland. Mittlerweile wird ja - zu Recht - auch von kriegsähnlichen Zuständen gesprochen.

WELT KOMPAKT: Herrscht in Afghanistan Krieg?

Moeller: Es ist ein hinterhältiger Krieg. Man weiß nicht, wer ist Taliban, wer ist Clanmitglied, wer Zivilist ... Die Anspannung für die Soldaten ist enorm, die Nerven liegen vielfach blank, wie bei einem Wassertropfen, der unablässig auf den Kopf tropft. Es ist eben kein Brückenbau-Einsatz! Denken Sie an die Toten. Und denken Sie an die Soldaten, die schwer traumatisiert zurückkehren.

WELT KOMPAKT: Vor zwei Jahren waren Sie selbst in Kabul und Masar-i-Scharif.

Moeller: In den USA ist es ganz selbstverständlich, dass Schauspieler, Sänger oder Comedians die Soldaten besuchen. Nicht als politisches Statement, sondern als moralische Unterstützung. Ich erhielt viele Autogrammwünsche von Isaf-Soldaten und Soldatinnen und wollte etwas an sie zurückgeben, etwas Dankbarkeit zeigen, dass sie für Deutschland ihr Leben riskieren. Um nicht mit leeren Händen zu kommen, habe ich Sponsoren aufgetrieben und Fitnessgeräte für das Bundeswehrcamp in Masar-i-Scharif organisiert. Für die Soldaten gibt es da unten ja so gut wie kein Freizeitprogramm. Wenn es möglich wäre, würde ich gern noch einmal dorthin reisen, vielleicht gemeinsam mit dem Bundesverteidigungsminister.

WELT KOMPAKT: Haben Sie Zivildienst geleistet, oder waren Sie beim Bund?

 

Moeller: Ich habe meinen Wehrdienst bei den Pipeline-Pionieren absolviert, von 1979 bis 1981, Bataillon 840 in Wuppertal-Elberfeld. Die Schauspielerkarriere lag mir dann aber doch näher ...